Das klassische Bücherausleihen wird unwichtiger, stattdessen werden Bibliotheken immer mehr zu Lernorten oder Treffpunkten. Bei der "Nacht der Bibliotheken" am Freitag erwarten die Besucherinnen und Besucher deswegen Lesungen, Repair-Cafés, Escape-Rooms, Yoga oder Übernachtungspartys.
Mit dabei sind neben den großen Bibliotheken wie jene in Düsseldorf und verschiedenen Uni-Bibliotheken in Duisburg, Essen oder Aachen auch zahlreiche Stadtbüchereien. So bieten etwa die Stadtteil-Bibliotheken in Bielefeld Kunstworkshops und Theaterstücke an.
Upcycling in Düsseldorf - Gaming in Köln
In der Stadtbücherei Flingern findet dagegen ein Upycycling-Workshop statt. Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln wird zum Treffpunkt für Gaming-Fans: Sie können dort selbst spielen, sich aber auch die Ausstellung "Games-Geschichte(n)" anschauen.
In der Stadtbibliothek Brilon geben Polizei, Feuerwehr, Sanitäter, Restauratoren und andere Einblick in ihre spannenden Berufe oder ihr Ehrenamt. In der Statdbibliothek Dortmund treten drei Comedians aus dem Ruhrgebiet auf. Und die Gefangenenbibliothek der JVA Münster organisiert einen Vorleseabend mit Erzählungen von Inhaftierten für Inhaftierte.
Alle Veranstaltungen gibt's hier:
Seit 2005 gibt es die "Nacht der Bibliotheken", zunächst nur in NRW. Dieses Jahr findet sie erstmals in ganz Deutschland statt. 1.800 Bibliotheken und Büchereien sind dabei. Sie wollen damit auf ihr großes Angebot aufmerksam machen.
Bibliotheksverband fordert Sonntagsöffnungen
Seit 2019 haben Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, auch sonntags zu öffnen. Der Bibliotheksverband setzt sich weiter für eine bundesweite Ausweitung ein. Denn:
Gerade Familien, alleinerziehende und beruflich stark beanspruchte Menschen könnten dank der Möglichkeit, auch sonntags die Bibliotheken zu besuchen, überhaupt erst von den Bibliotheksdienstleistungen Gebrauch machen. Volker Heller, Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbandes
Zudem hätten die Bibliotheken die Möglichkeit, noch nutzerfreundlicher zu werden und sich den veränderten Bedürfnissen der Bevölkerung anzupassen.
Eine bundesweit einheitliche Regelung würde laut Verband eine Änderung des Bundesarbeitszeitgesetzes erfordern. Für Bibliotheken solle damit lediglich die Möglichkeit, aber kein Zwang bestehen, an Sonn- und Feiertagen zu öffnen.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Deutscher Bibliotheksverband
Über dieses Thema berichtet der WDR am 04.04.2025 auch im Radio und Fernsehen.