Girls´ und Boys´ Day bei der Polizei: "Da hab ich großen Respekt!"

00:45 Min. Verfügbar bis 03.04.2027

Girls´ und Boys´ Day bei der Polizei: "Da hab ich großen Respekt!"

Stand: 03.04.2025, 16:43 Uhr

Rund 150 Siebt- bis Neuntklässler konnten am Donnerstag viele Berufsbilder der Düsseldorfer Polizei hautnah erleben. Einblicke vor Ort.

Von Peter HildPeter Hild

"Das ist schon krass, das zieht ganz schön in der Schulter". Der 14 Jahre alter Couper, weißes Polo-Shirt, weite Jeans, spürt das Gewicht der fast zehn Kilo schweren, schusssicheren Weste, die er seit einer Viertelstunde trägt.

Gerade zuvor hat er sich in der vollen Montur einer Einsatzhundertschaft - Helm, Schutzweste, Knieschoner, Schutzschild - gegen einen Polizei-Ausbilder verteidigt, der einen Angriff simuliert hat. "Wenn ich die auf der Straße sehe, kann ich mir das jetzt immer vorstellen. Da hab ich wirklich großen Respekt vor!"

Schüler von Polizei-Vielfalt fasziniert

Ein Jugendlicher im blauen Hoodie vor einer Gebäudewand

Jonas ist fasziniert von der Polizei-Vielfalt

Das Intersse des 14-Jährigen ist geweckt. Sein Klassenkamerad Jonas hat die Polizisten gerade mit 20 Liegestützen beeindruckt, trotz kiloschwerer Weste um den Oberkörper: Lange steht er danach mit einem Polizisten der Hundertschaft zusammen, der ihn über die vielen Berufsmöglichkeiten aufklärt: "Ich hab den Berufswunsch immer schon im Hinterkopf, mich beeindruckt die große Vielfalt."

Auf dem Hof des Polizeigeländes wandern bei strahlendem Sonnenschein viele Schülerinnen und Schüler von Station zu Station. Um die Ecke lassen mehrere Beamte eine große Drohne steigen. Ein paar Meter weiter zeigt die Abteilung Kriminaltechnik, wie sie an einem Tatort Spuren sichern kann.

Kampftraining auf der Matte

Zwei Mädchen mit Plastikschutz und Schlagstock stehen mit anderen auf einem Mattenboden

Schülerinnen üben Kampftechniken

"Es ist irgendwie lustig, da kann ich auch ein paar Tipps und Tricks gegen meinen Bruder mitnehmen", lacht Marie in einem flachen Raum im Polizeigebäude. Der Boden ist komplett mit Matten ausgelegt, Marie und ihre Klassenkameradin Rama stehen sich mit Schlagstock und einem großen Plastikschutz über dem Arm gegenüber.

Hier demonstriert die Polizei, wie man sich verteidigt und richtig angreift. Der 14-jährige Jonas hat den Schlagstock gerade in die Ecke gelegt. Er hat schon viele der rund zehn Stationen absolviert: von der Hundestaffel bis zum Verkehrsunfallteam. Jetzt ist er sichtlich beeindruckt von dem, was er gesehen hat: "Das scheint mir wirklich sehr schwierig, bei der Polizei zu arbeiten, weil man einfach so viele Techniken lernen muss. Uns wurde gerade hier auch noch eine Kampftechnik auf der Matte gezeigt, sowas muss man alles trainieren, das fand ich schon sehr überraschend."

Polizei: Wollen realistischen Eindruck vermitteln

Ein Mann in Polizeimontur und mit grauem Vollbart auf einem Hof vor einem Gebäude

Personalwerber Martin Steppen

Martin Steppen verfolgt die Vorführungen seiner Kollegen mit einem Lächeln. Für den Personalwerber der Düsseldorfer Polizei geht es am Girls´ and Boys´ Day vor allem darum, ein realistisches Bild von der Polizeiarbeit zu zeigen. "Wir wollen zeigen, wie komplett unterschiedlich ein Polizeialltag aussehen kann, je nach Interesse", erklärt Steppen.

Das Interesse an der Polizei sei groß bei den Schülerinnen und Schülern, sie bekämen durchweg positive Resonanz nach solchen Aktionstagen, sagt Steppen, auch von einigen Eltern. "Und wir haben auch ab und an Fälle, in denen Schülerinnen und Schüler nach dem Girls´ and Boys´ Day Praktika in der Oberstufe bei uns machen und dann eine Ausbildung bei uns starten." Vielleicht wird das bei Couper oder Jonas später genauso sein. Für ihre Berufswahl haben sie aber noch ein paar Jahre Zeit.

Girls and boys day bei der Polizei

WDR Studios NRW 03.04.2025 00:41 Min. Verfügbar bis 03.04.2027 WDR Online


Quellen:

  • Polizei Düsseldorf
  • Teilnehmende SchülerInnen beim Girls´ and Boys´ Day
  • WDR-Reporter vor Ort

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