Bilder und Geschichten aus 50 Jahren Microsoft

Unglaubliche Erfolge, extrem peinliche Fehleinschätzungen: Was lief gut in 50 Jahren Microsoft - und was nicht?

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Microsoft wurde am 4. April 1975 wie viele andere Tech-Firmen unter einfachsten Bedingungen gegründet. Besonders repräsentativ sieht auch einer der ersten regulären Microsoft-Standorte in Albuquerque (New Mexico) Ende der 1970er-Jahre nicht aus.

Microsoft wurde am 4. April 1975 wie viele andere Tech-Firmen unter einfachsten Bedingungen gegründet. Besonders repräsentativ sieht auch einer der ersten regulären Microsoft-Standorte in Albuquerque (New Mexico) Ende der 1970er-Jahre nicht aus.

Dafür hatten die beiden Gründer der Firma, Bill Gates (r.) und Paul Allen, im Jahr 1975 mit ihren Programmierfähigkeiten schon einiges auf die Beine gestellt. Die beiden Klassenkameraden entwickelten gemeinsam ein Computerprogramm für die Verwaltung von Stundenplänen. Das damit verdiente Geld wurde zum Gründungskapital ihres Unternehmens.

Beim Aufstieg zum globalen Tech-Giganten half den Microsoft-Gründern ein Bluff. Im Jahr 1980 fragte IBM an, ob die kleine Firma ein Betriebssystem für ihre neuen Personal Computer liefern könne. Gates sagte zu. Das Problem: Microsoft hatte noch gar kein Betriebssystem. Statt selbst eins zu schreiben, kauften Gates und Allen ein vorhandenes System namens QDOS (Quick and Dirty Operating System) für etwa 50.000 Dollar - und lizenzierten es als PC-DOS an IBM. Ein Riesenerfolg, der die beiden reich machen sollte.

Mit dem Geld aus dem Software-Geschäft konnten sich die Microsoft-Gründer auch mal einen Wunsch erfüllen. Für Bill Gates war das ein gebrauchter Porsche 911, mit dem er gern nachts durch Albuquerque raste. Die Polizei stoppte ihn auf einer seiner Touren und verhaftete den Jungunternehmer. Das Polizeifoto sollte Teil der Microsoft-Geschichte werden.

Doch auch wenn die junge Firma und ihre frühen Mitarbeiter immer mit genialen Einfällen punkten konnte - manchmal griffen sie auch gewaltig daneben: Das berühmteste Beispiel ist wohl die Software mit dem unschuldigen Namen OS/2, die Mitte der 1980er-Jahre veröffentlicht wurde. OS/2 war für den Betrieb einer Erweiterungskarte für IBM-PC programmiert worden. Insgesamt fanden sich nur elf Käufer, acht von ihnen schickten die Software sogar wieder an Microsoft und verlangten ihr Geld zurück.

Paul Allen schied bereits 1983 wegen Krankheit aus. An seine Stelle rückte Steve Ballmer. Dieser erwies sich zwar als ein absolutes Verkaufstalent, sorgte aber auch immer wieder für Kopfschütteln. Zum Beispiel durch grobmotorische Tanzeinlagen auf der Bühne von Entwicklerkonferenzen. Oder als er sich kurz nach der Veröffentlichung des ersten iPhones bei laufender Kamera über das Apple-Gerät lustig machte. Sein Urteil: Es sei zu teuer, habe keine Tastatur und werde im Business-Markt keine Chance haben. 

Die ersten PCs mussten viele Jahre lang mühselig über Befehlszeichen via Tastatur gesteuert werden. In den 1990er-Jahren schaffte Microsoft mit der grafischen Oberfläche von Windows und deren Fensterprogrammen erstmals eine leicht bedienbare Oberfläche, die auch Nicht-Experten die Arbeit am Computer ermöglicht. Der Erfolg von Windows 95 war so gewaltig, dass Microsoft zwischenzeitlich 90 Prozent des Marktes beherrschte - also quasi zum Monopolisten wurde.

In dieser Zeit begann Microsoft, auch kostenlose Computerspiele in seine Betriebssysteme zu integrieren. Legendär und seit Windows 3.0 eine echte Hilfe für langweilige Tage im Büro: Solitaire.

Doch die 90er waren auch das Jahrzehnt, in denen sich Microsoft einige besonders schwere Patzer leistete. Ausgerechnet Gates glaubte nicht an den Erfolg des Internets, hielt das Web sogar für eine "Eintagsfliege". Konkurrenten wie Netscape nahmen das Geschenk gerne an und eroberten mit ihren Browsern den schnell wachsenden Markt. Erst spät erkannte Microsoft den Fehler und bemühte sich aggressiv, verlorene Marktanteile mit dem Internet Explorer zurückzuerobern. Weil die Firma hierzu ungeniert ihre Monopolstellung auf dem PC-Markt ausnutzte, entging Microsoft nur ganz knapp der Zerschlagung durch die Kartellbehörden.

Microsoft versuchte sich auch an Spielzeug, genauer gesagt entwickelte die Firma die sogenannte ActiMates. Die elektronischen Spielzeuge, die Kinder beim Lernen unterstützen sollten, kamen 1997 auf den Markt. Die Roboter konnten sich durch TV-Signale bei bestimmten Sendungen selbst einschalten. Das fanden sowohl Eltern als auch Kinder unheimlich.

Microsoft Office 97 wurde im November 1996 veröffentlicht und erst durch ein kleines Detail zum Alptraum: Karl Klammer. Er war ursprünglich als Office-Assistent gedacht, drängte sich beim Klick auf bestimmte Funktionen aber unangenehm in den Vordergrund. Seine Ratschläge waren meistens wenig hilfreich. Als Office 2003 auf den Markt kam, warb Microsoft damit, dass Karl Klammer in dem neuen Programm automatisch deaktiviert sei.

Nach dem Mega-Erfolg in den 90ern blieb den Nutzern ein ganz anderes Betriebssystem unangenehm im Gedächtnis: Windows Vista. Fünf Jahre bastelte Microsoft an dem System herum. Das Ergebnis enttäuschte auf ganzer Linie. Vista war inkompatibel mit älterer Software und strotzte vor Treiber-Problemen. Unter anderem diese Schwächen machten Vista zum wohl unbeliebtesten Betriebssystem der Welt.

Stand: 04.04.2025, 06:00 Uhr