Der 51-Jährige mit ukrainisch-georgischer Staatsangehörigkeit ist derzeit in Haft. Am Donnerstag wurde bekannt, dass er bei der Razzia in Burgsteinfurt festgenommen wurde. Er soll der Kopf einer russisch-eurasischen Diebes- und Einbrecherbande sein.
Wie die Ermittler aus Stuttgart mitteilten, handelt es sich hierbei um einen sogenannten "Dieb im Gesetz". So würden hochrangige Anführer von Gruppierungen der sogenannten russisch-eurasischen organisierten Kriminalität bezeichnet.
Weitere Festnahmen in Essen und Stuttgart
Inzwischen ist auch bekannt, wo die weiteren Festnahmen erfolgt sind. In Essen wurde ein 47-Jähriger vorläufig festgenommen. Er ist mittlerweile wieder auf freiem Fuß. In Stuttgart wird bei einem 30-jährigen Mann derzeit noch die Haftfrage geprüft.
Insgesamt richten sich die Ermittlungen nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen 13 Personen. Gegen sie besteht der Verdacht, im großen Stil Wohnungseinbrüche begangen und Geldwäsche sowie illegalen Zigarettenhandel betrieben zu haben.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um eine georgisch dominierte Gruppe, die der sogenannten russisch-eurasischen organisierten Kriminalität (REOK) zugerechnet wird. Von REOK ist laut Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) die Rede, wenn organisierte kriminelle Strukturen von Personen aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion dominiert werden. Die REOK sei "multikulturell" und bestehe in Teilen aus Subkulturen, die schon seit mehr als 120 Jahren existierten.
Am Mittwoch bundesweite Razzien mit etwa 1.000 Einsatzkräften
Die Razzien gegen die organisierte Kriminalität fanden am Mittwoch in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen statt. Schwerpunkt der Razzien war demnach der Raum Stuttgart. Im Fokus der Ermittler standen zudem Autohöfe, wo die Bande Diebesgut und Gelder gelagert haben soll. Insgesamt wurden 18 Objekte durchsucht.
Bei dem Einsatz Burgsteinfurt waren etwa 30 Polizisten vor Ort, sagte eine Polizeisprecherin. Vermummte Beamte mit Maschinenpistolen sicherten das Gelände eines Export-Import-Unternehmens und durchsuchten die Hallen. Die Ermittler hätten zwei Spürhunde eingesetzt, berichtete ein dpa-Fotoreporter.
Bei den Durchsuchungen seien Diebesgut, Einbruchwerkzeuge, verbotene Gegenstände, Unterlagen und elektronische Datenträger sichergestellt worden, hieß es. Das Material werde nun ausgewertet. Im Einsatz waren bundesweit nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Strobl 1.000 Polizeikräfte. Beteiligt waren den Ermittlern zufolge auch die Zollfahndung und die Steuerfahndung.
Innenminister: "Ernstzunehmende Bedrohung"
Die durch die Gruppierung begangenen Delikte reichten von Eigentumskriminalität über Rauschgiftdelikte, Korruption bis hin zu Gewalt und Tötungsdelikten, sagte Strobl. "Es handelt sich also um eine ernstzunehmende Bedrohung, der wir entschieden entgegentreten. Die organisierte Kriminalität ist eine besondere Bedrohung für den Rechtsstaat und unsere Gesellschaft."
Razzia gegen organisierte Kriminalität in Burgsteinfurt. WDR Studios NRW. 01.01.1970. 00:40 Min.. Verfügbar bis 26.03.2027. WDR Online.
Weitere Durchsuchungen gegen mutmaßliche Terrorgruppe
Neben den Razzien gegen die organisierte Kriminalität gab es am Mittwoch ebenfalls bundesweite Durchsuchungen gegen eine mutmaßliche Eritrea-Terrorgruppe. Auch im Ruhrgebiet und in Westfalen wurden dabei Gebäude durchsucht.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
- Staatsanwaltschaft Stuttgart
- Polizei Stuttgart
- Innenministerium Baden-Württemberg
Korrekturhinweis: In einer früheren Version war die Rede von "mindestens fünf Festnahmen". Nach einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft und Polizei Stuttgart haben wir die Zahl der Festnahmen auf drei korrigiert.