"Es fühlt sich surreal an. Ich kann es immer noch nicht begreifen", schreibt der 23-Jährige in einem Instagram-Post aus Palau. Sein Ziel war es, in jedes Land der Welt zu reisen. Der Inselstaat in Ozeanien, östlich von den Philippinen, ist für ihn Station 195 von 195.
Der Influencer aus Mönchengladbach gilt damit als der jüngste Mann der Welt, dem dies gelungen ist. Damit geht für ihn ein Traum in Erfüllung, den Luca Pferdmenges nach eigenen Angaben seit mehr als fünf Jahren verfolgt hat.
Wie kommt es zu der Zahl von 195? Unter anderem das Auswärtige Amt nennt diese Zahl in seiner Länderliste aller amtlichen Staaten der Welt. Die Vereinten Nationen haben offiziell 193 Mitgliedsländer. Hinzu kommen der Vatikan und Palästina mit einem Beobachterstatus. In anderen Zählweisen kommen weitere hinzu. Allerdings ist das eine politische Frage. Denn zum Beispiel das Kosovo oder Taiwan werden von vielen Staaten nicht anerkannt.
Mission "Welt bereisen"
Luca Pferdmenges ist seit seinem 14. Lebensjahr Jongleur. Mit 15 ist er so gut, dass er bei der Jongleur Konvention in Polen teilnimmt. Das ist seine erste Flugreise. Seitdem tritt er europaweit und dann auch international bei Shows und Wettbewerben an. Dadruch konnte er schon 60 Länder bereisen, die durch die Wettbewerbe finanziert wurden. "Als ich die Kultur und die Natur in den verschiedenen Ländern gesehen habe, wollte ich immer mehr. Dann hab ich mir die Mission gestellt: Ich möchte alle Länder bereisen", erklärt Luca Pferdmenges. Das war vor fünf Jahren. Seit dem finanziert er seine Reisen durch Social Media. Gestern hat er dann seine Mission beendet. Doch er möchte in viele Länder noch zurückkehren, zum Beispiel nach Mexico und Lateinamerika.
Heikle Reiseziele wie Nordkorea
Um sein Ziel zu erfüllen, musste Pferdmenges zwangsläufig auch in gefährliche oder undemokratisch regierte Staaten reisen - etwa in die Diktatur Nordkorea. Das Land sei "dann nochmal sehr speziell" gewesen, weil es fast keinen Bewegungsfreiraum gegeben habe, erzählte er im Februar im WDR-Podcast 0630.
Immer wenn man das Hotel verlasse, müsse man einen Guide dabei haben. Die passten auch auf, dass man mit den Einwohnern nicht über kritische Themen spreche. "Man soll eben nicht hingehen und dann sagen, Kim Jong-Un ist ein Diktator und dein Land ist nicht gut."
Kritik unter anderem an Syrien-Reise
An den Reisen des Influencers gibt es immer wieder Kritik. Wie das Portal "Übermedien" berichtet, hat sich wegen der Syrien-Reise von Pferdmenges und weiteren Influencern ein "kleiner Shitstorm" zusammengebraut. Ihnen sei unterstellt worden, dass sie mit ihren Reiseberichten vor allem Propaganda für das mittlerweile gestürzte Assad-Regime gemacht hätten. Kritische Anmerkungen habe es in den Postings kaum gegeben.
Pferdmenges erklärte daraufhin, er wolle nicht, dass aus seinem Insta-Feed "ein politischer Battleground" werde. Ihm gehe es darum, "eine gewisse Neutralität" zu bewahren, um seine Follower aus verschiedenen Teilen der Welt zu verbinden.
Ich möchte alle Länder sehen und da gehört es auch zu, Länder zu bereisen, wo man die Politik nicht gut findet. Doch mir geht es nicht um die Politik, sondern ich möchte die Kultur und meine Erfahrungen mit den Menschen vor Ort teilen. Luca Pferdmenges, Reise-Influencer
Auch sein ökologischer Fußabdruck ist groß. Doch Luca Pferdmenges ist sich dessen bewusst und erklärt:"Insgesamt macht die Luftfahrt 1% der globalen CO2 Emission aus. Alleine die Fleischindustrie ist für 20% verantwortlich. Ich sehe aber meine Mission darin, Leute miteinander zu verbinden, mithilfe meiner Social-Media-Accounts."
Influencer aus Mönchengladbach bricht Weltrekord. WDR Studios NRW. 25.04.2025. 00:27 Min.. Verfügbar bis 25.04.2027. WDR Online.
Unsere Quellen:
- Telefoninterview mit Luca Pferdmenges
- WDR-Podcast 0630 vom 26.02.2025
- Artikel des Portals "Übermedien"
Über dieses Thema berichten wir am 25.04.2025 auch im Fernsehen: WDR Lokalzeit aus Düsseldorf, 19:30 Uhr.