Keine Bombenentschärfung nötig: Evakuierung in Dortmund schnell vorbei

Stand: 06.04.2025, 14:05 Uhr

Vier Verdachtspunkte für Blindgänger mussten untersucht werden. Eine Entschärfung war nicht notwendig. Der Evakuierungsbereich konnte schnell wieder freigegeben werden.

Der Sonntag ging für viele Dortmunder früh los, doch umso überraschend schnell war der Einsatz wieder vorbei. Bis 8 Uhr mussten alle Anwohner den Evakuierungsbereich verlassen haben. Gegen Mittag durften sie wieder nach Hause.

Im Süden der Stadt wurden an gleich vier Stellen Blindgänger gesucht und hätten möglicherweise entschärft werden müssen - um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Diese sind ausgeblieben.

Verdachtspunkte teilweise bestätigt

Wagen des Ordnungsamtes Dortmund bei Evakuierung | Bildquelle: WDR/Sascha Bacinski

Zwei der vier Verdachtspunkte haben sich bestätigt. Der Kampfmittelbesieitungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg hat diese überprüft. An der Friedrich-Uhde-Straße haben die Einsatzkräfte eine rund 500 Kilogramm-Fliegerbombe gefunden. Diese hatte allerdings keinen Zünder und kann deshalb ohne Probleme beseitigt werden.

Auch an der B1 in Höhe des Kaiserhainteichs wurde eine Brandbombe bestätigt. Diese muss ebenfalls nicht entschärft werden. Die Behörden informierten im Internet und auf Social Media Plattformen unter dem Hashtag #dobombe.

Evakuierung lief reibungslos

Rund um die vier Verdachtspunkte musste alles in einem Radius von 500 Metern evakuiert werden. Das ergab ein etwas unförmiges Dreieck. Dieses erstreckte sich südlich vom Wall bis in Richtung Hörde.

Karte mit dem Bereich des Evakuierungsbereichs in Dortmund | Bildquelle: Stadt Dortmund

Dafür mussten rund 8500 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Betroffen waren außerdem zwei Seniorenheime, sowie das rund um die Uhr besetzte Callcenter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

Das lief laut Stadtsprecher Christian Stein zügig und ohne Probleme ab. Die Bewohner der Seniorenheime und Menschen, die bei der Stadt vorher Hilfsbedarf angemeldet hatten, wurden durch Beamte gesondert begleitet. Bis 11 Uhr waren schon 80 Prozent des Bereichs geräumt.

Bombenentschärfungen in Dortmund nichts Ungewöhnliches

In Dortmund sind Bombenentschärfungen und Evakuierungen eigentlich nichts Ungewöhnliches. Auch nicht in der Gegend rund um den Westfalenpark und die Märkische Straße. An den Verdachtspunkten waren Auffälligkeiten im Erdreich festgestellt worden. An diesen Stellen muss die Erde jetzt aufgegraben und untersucht werden.

Absperrung mit Schild im Evakuierungsgebiet | Bildquelle: WDR/Sascha Bacinski

Davon betroffen waren nicht nur die Anwohner - auch Autofahrer mussten Umleitungen fahren. Etwa die B1 war zwischen den Anschlussstellen der B236 und B54 war voll gesperrt. Gegen Mittag wurden alle Sperrungen wieder abgebaut.

Stadt hatte eine Betreuungsstelle eingerichtet

Aus der Erfahrung zeigt sich, dass die meisten Anwohner während der Evakuierung zu Freunden oder Familie fahren. Trotzdem hat die Stadt Dortmund eine Betreuungsstelle eingerichtet, im Goethe-Gymnasium in Dortmund-Hörde. Shuttlebusse haben Anwohner dorthin gebracht. Die Stadt hat auch für Freizeitangebote gesorgt, so können Betroffene den Zoo kostenlos besuchen. 

Verkehr noch einige Tage betroffen

Hinweistafel in Dortmund zur Evakuierungsmaßnahme | Bildquelle: WDR/Sascha Bacinski

Einige Dortmunderinnen und Dortmunder dürften schon vorher Auswirkungen gespürt haben: Die wichtige Märkische Straße ist stadteinwärts schon seit Tagen gesperrt. Dort war ein besonders aufwändiger Verdachtspunkt, direkt unter der Fahrbahn. Deswegen wurden dort in den letzten Tagen schon Vorarbeiten durchgeführt. Das heißt aber auch: Die Märkische Straße bleibt auch noch in der kommenden Woche gesperrt, um alles wieder zu reparieren.

Vor Blindgänger-Entschärfung in Dortmund WDR Studios NRW 06.04.2025 00:43 Min. Verfügbar bis 06.04.2027 WDR Online

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter und WDR-Archiv
  • Stadt Dortmund
  • Dortmunder Stadtwerke DSW21

Über dieses Thema berichtet der WDR am 06.04.2025 im Hörfunk und Fernsehen.