Badeunfälle: Was man beim Schwimmen beachten sollte

Stand: 30.07.2024, 15:46 Uhr

In NRW kommen jedes Jahr Menschen bei Badeunfällen um. Dabei kann man mit einigen Vorsichtsmaßnahmen das Risiko minimieren.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland laut DLRG mindestens 378 Menschen ertrunken – das waren 23 Todesfälle mehr als im Jahr 2022. In Nordrhein-Westfalen ging die Zahl der Ertrunkenen in dem Zeitraum von 56 (2022) auf 47 (2027) dagegen zurück.

Doch auch nach wie vor kommt es in Nordrhein-Westfalen immer wieder zu tödlichen Vorfällen. Am Dienstagvormittag ist etwa eine Frau in einem Freibad in Dortmund ums Leben gekommen.

In Flüssen ist es vor allem die Kraft der Strömung, die Badende böse überraschen kann. Der Rhein fließt etwa mit einer Strömungsgeschwindigkeit von acht bis zwölf Kilometern pro Stunde. Selbst ein gut trainierter Olympiaschwimmer habe keine Chance, gegen die Strömungen anzuschwimmen, so die DLRG.

Zumal man die Strömungen oft von der Wasseroberfläche aus gar nicht erkennen kann, wenn sie sich in Bodennähe befinden. Sie können Schwimmer schnell in die Tiefe ziehen und es schwierig machen, aus eigener Kraft zurück ans Ufer zu kommen. Zudem können Schiffe für enormen Sog und Wellengang sorgen.

Kreislaufschock durch Temperatursprünge

In Seen sind vor allem die Temperaturunterschiede des Wassers gefährlich. Die Wasseroberfläche ist warm, aber beim Sprung in tiefere Lagen kann das Wasser erheblich kälter sein. Das ist mitunter so heftig für den Körper, dass er in eine Art Schockstarre verfällt, die bis zur Bewusstlosigkeit führen kann.

Insbesondere Baggerseen können zudem tiefer sein, als man denkt. Jene im Rheinland sind teils bis zu 20 Meter tief, betonte die DLRG Rhein-Erft-Kreis. "Schwimmer können sich erschrecken, wenn sie ganz plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen haben. Zudem sind die Ufer nicht gut befestigt, was die Gefahrenmomente noch verschärft", heißt es.

Die wichtigsten Baderegeln

  • Tückische Strömung: Selbst gute Schwimmer überschätzen meist ihre Kraft
  • Wassertemperatur: Während sich die Wasseroberfläche aufwärmt, bleibt es in der Tiefe kalt. Bei kaltem Wasser sinkt auch die Körpertemperatur, Herz und Lunge kühlen ab, es kann zu Herz-Rhythmus-Störungen kommen. Beim Sprung ins Wasser kann man einen Schock bekommen
  • Schiffsverkehr: Die DLRG warnt, man solle nie dort schwimmen, wo Schiffe und Boote fahren. Schiffe haben starke Sogwirkung und erzeugen Wellengang
  • Voller Bauch: Nur wer sich wohl fühlt, sollte ins Wasser steigen. Ein voller Magen ist keine gute Voraussetzung - ebenso wie ein ganz leerer Magen
  • Nie allein: Am besten in Begleitung und nur an bewachten Stellen ins Wasser gehen

Schwimmen im Rhein ist brandgefährlich

Auch die Stadt Köln hat Verhaltensregeln genannt, die beim Baden im Rhein beachtet werden sollten. Dazu zählen:

  • Mit der Strömung schwimmen: Selbst für geübte Schwimmer ist das Ankämpfen gegen die Strömung aussichtslos.
  • Am Ufer bleiben - und nicht in den Rhein springen
  • Wenn man einen Badeunfall beobachtet, sollte man die 112 wählen. Um den Unfallort anzugeben, helfen die Rheinstromkilometer-Tafeln.
  • Sich nach einem Rettungsring umsehen, um einem Ertrinkenden zu helfen. Man sollte sich nicht selbst in Gefahr begeben.

Lautloser Tod

Menschen, die Zeugen eines Schwimmunfalls geworden sind, berichten oft, dass der Verunglückte plötzlich untergegangen sei, ohne zu schreien oder zu winken. "Ertrinken ist ein stiller Vorgang", so die DLRG Nordrhein.

In den seltensten Fällen sei es wie im Film, wo Ertrinkende noch um sich schlagen oder laut um Hilfe rufen. "Ertrinken hat etwas mit körperlicher Erschöpfung zu tun. Man hat keine Kraft mehr, ist bewegungsunfähig." Schwimmt jemand also mit unkontrollierten Bewegungen, sollte das immer ein erstes Alarmsignal für Erschöpfung sein.

Unsere Quellen:

  • Informationen der DLRG
  • Verhaltensregeln der Stadt Köln

Über dieses Thema berichtet der WDR am 30. Juli 2024 auch im Fernsehen: Lokalzeit aus Dortmund, 19:30 Uhr.