Etwa 80 Menschen haben sich am Abend des 1. April auf dem Friedhof in Porta Westfalica-Barkhausen versammelt. Genau vor 80 Jahren hatte die SS die Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme fluchtartig geräumt. Dabei wurden rund 3000 Häftlinge verschleppt.
"Unbekannt, wie viele Menschen bei den Transporten ums Leben gekommen sind"
"Es ist völlig unbekannt, wie viele Menschen bei diesen Transporten noch ums Leben gekommen oder ermordet worden sind", sagt Thomas Lange vom Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica. "Wir erinnern heute daran, was vor Ort geblieben ist, das sind die Toten, die Gräber auf den öffentlichen Friedhöfen."
Die meisten Toten sind identifiziert
Inzwischen sind mehr als 120 Tote identifiziert. Ihre Namen wurden in Erinnerungsberichten von Überlebenden gefunden, bei Standesämtern und auf Totenlisten.
Zwangsarbeit im kalten Bergwerksstollen
Die Opfer waren KZ-Häftlinge. Ab März 1944 mussten sie im heutigen Porta Westfalica Zwangsarbeit leisten, viele in einem kalten ehemaligen Bergwerksstollen. Die geplante Schmieröl-Raffinerie wurde nie fertig.
NS-Gedenkstätten in Ostwestfalen erinnern an Befreiung von Häftlingen. WDR Studios NRW. 02.04.2025. 00:44 Min.. Verfügbar bis 02.04.2027. WDR Online.
Nur ein Teil der Menschen kam Anfang April frei
Als am 2. April 1945 amerikanische Soldaten in Ostwestfalen anrückten, befreiten sie einige tausend Kriegsgefangene des Gefangenenlagers Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock, ebenso die letzten 42 verbliebenen KZ-Häftlinge an der Wewelsburg in Büren. Die Gefangenen von der Porta Westfalica wurden währenddessen von der SS in weitere Lager getrieben, bis ins heutige Sachsen-Anhalt und nach Mecklenburg-Vorpommern. Dort, in der Nähe von Schwerin, kamen am 2. Mai 1945 die letzten Häftlinge frei.
Unsere Quellen:
- Reporter vor Ort
- KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V.