Wenn Menschen mit der KI kommunizieren, dann funktioniert das über Sprachmodelle. Diese sind zu komplexen Dialogen zustande, die auch persönlich sein können. Neuere KI–Modelle bilden nicht nur unseren Verstand nach, sondern auch unsere Emotionen. Das ist für die einen faszinierend, für die anderen beängstigend. Denn es wird unsere Gefühlswelten der Zukunft auf jeden Fall prägend. Die Frage ist nur: Wie?
Affective Computing, so nennt sich diese Entwicklung. KI kann Emotionen simulieren, gezielt stimulieren und natürlich auch Emotionen von Personen erfassen. Das geht allerdings nicht direkt, sondern nur durch “Detektionen“: Körperwerte werden gemessen, Muskelbewegungen im Gesicht analysiert. Kann man aus solchen Beobachtungen tatsächlich schon konkrete, vielschichtige Gefühle verstehen und bestimmen? Die KI simuliert Emotionen; ihr fehlt es allein schon an der Körperlichkeit, die jedes Gefühl ausmacht. Ob sie irgendwann – oder auch schon bald – ein Bewusstsein entwickeln kann, das Emotionen auch ausmacht, ist umstritten. Auf jeden Fall sind damit weitreichende moralische Fragestellungen verbunden. Die Philosophin Eva Weber–Guskar plädiert für einen Technik–offenen, aber kritisch–realistischen Blick: Die Problematik jetzt diskutieren, um ggf. normative Weichenstellungen vorzunehmen, bevor das später nicht mehr möglich ist.
Welches Verhältnis hat Künstliche Intelligenz zu unseren Gefühlen – und umgekehrt? Wie echt kann es sein, wenn eine Maschine emotional wird? Können Sie sich eine Beziehung mit einer KI vorstellen?
Hörer:innen können mitdiskutieren unter 0800 5678 55 oder per Mail unter philo@wdr.de
Redaktion: Gundi Große
Unser Podcast-Tipp: Die Entwicklung von KI geht rasend schnell. "Der KI-Podcast" will dabei helfen, die Forschung und die Entwicklungen einzuordnen und aufzuklären. Jede Woche neu in der ARD Audiothek: https://www.ardaudiothek.de/sendung/der-ki-podcast/94632864/