"Wir haben heute wieder die Welt gerettet" - Großbrand in Overath
02:26 Min.. Verfügbar bis 04.04.2027.
"Wir haben heute wieder die Welt gerettet" - Großbrand in Overath
Stand: 04.04.2025, 20:51 Uhr
In Overath hat es einen schweren Waldbrand gegeben. Die Feuerwehr stand vor großen Herausforderungen.
Von Joana Keip
Es riecht nach Rauch und verkohlter Erde. Da, wo gestern noch Bäume standen, ist jetzt nur noch schwarze Kohle. Dazwischen kämpfen Lars (20) und Leon (19) gegen die letzte Glut. Frühmorgens um 5:17 Uhr hat ihr Funkmelder gepiept.
"Ich dachte mir: Ach du Scheiße, dass wir da jetzt hinfahren müssen. Krass!", erklärt Lars. Als sie gestern Abend die Videos des Großbrands gesehen haben, hätten sie nie gedacht, dass sie heute selbst hier stehen würden. Denn Overath liegt außerhalb ihres eigentlichen Einsatzgebietes. Die beiden sind Teil der Freiwilligen Feuerwehr in Rüderoth – und froh, dass sie heute die Ortskräfte in Overath unterstützen können.
Feuerwehrmann wie Opa
Beide sind schon seit ihrem zehnten Lebensjahr bei der Freiwilligen Feuerwehr. Lars erzählt: "Ich hatte schon als Kind den Traum, Feuerwehrmann zu werden – weil mein Opa auch bei der Feuerwehr war. Früher, wenn ich meinen Opa im Einsatz gesehen habe, dachte ich mir immer: Da will ich irgendwann auch mal stehen. Und jetzt steht man hier und kann Menschen helfen."

Verbrannte Waldfläche Overath
Tatsächlich waren die Flammen kurz davor, auf einen Reitstall und Wohnhäuser überzuspringen. Der Wind und die Trockenheit sorgten dafür, dass das Feuer sich rasend schnell ausbreitete. Besonders das unwegsame und hügelige Gelände stellte die Feuerwehr vor große Herausforderungen. So mussten auch Hubschrauber und Drohnen eingesetzt werden. Über 50.000 Quadratmeter Waldfläche sind abgebrannt.
Geschockt von den Ausmaßen des Brands
Als Lars und Leon heute Morgen hier ankamen, waren sie geschockt von den Ausmaßen des Brands. Jetzt agieren die Freunde als Team: Leon hält den Wasserschlauch, während Lars mit dem Feuerlöscher auf noch glühende Stellen im Boden zielt.
Außerhalb der Feuerwehr arbeitet Lars als Landwirt und Leon macht eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer. Auch wenn sie manchmal von älteren Kollegen etwas angetrieben werden – die beiden schätzen vor allem auch das soziale Miteinander bei der Feuerwehr. Wenn es mal keinen Einsatz gibt, verbringen sie auch gern die Abende zusammen.
"So einen großen Einsatz wie heute hatten wir noch nie", erklären Lars und Leon. Wenn sie heute Abend nach Hause kommen, werden ihre Familien stolz auf sie sein. Und sie werden sagen können: "Wir haben heute wieder die Welt gerettet".
Unsere Quellen:
- Sascha Müller, Einsatzleiter der Feuerwehr
- Lars Lange, Freiwillige Feuerwehr Rüderoth
- Leon Mülller, Freiwillige Feuerwehr Rüderoth