Auch Thomas Krips ist Schäfer in Meinerzhagen: "Wir haben den Wolf an der Weide gesehen. Er hat aber kein Tier gerissen." Krips Schafe dürfen nur zum Fressen auf die Weide. Und nur dann, wenn er die mit mobilen Herdenschutzzäunen gesichert hat. Krips ist skeptisch: "Der Zaun ist knapp über einen Meter hoch. Darüber lacht der Wolf."
"Der Wolf lacht über den Herdenschutzzaun"
Thomas Krips gehört zu neun Viehhaltern rund um Meinerzhagen, die sich zusammengetan haben. "Wir sitzen alle in einem Boot", sagt Pferdezüchterin Stephanie Dietrich. "Wir sammeln alle Informationen über Wolfssichtungen, Wolfsrisse." Im letzten Sommer wurde im Märkischen Kreis ein Wolfsrudel mit zwei Elterntieren und fünf Jungtieren bestätigt.
Die 34-Jährige hat Angst um ihre Pferde. Sie setzt auf Kangals – türkische Hütehunde. Willi und Nuri sind vor wenigen Tagen angereist. Die 60 Kilogramm schweren Vierbeiner nehmen es mit dem Wolf auf. "Kangals kämpfen um ihre Herde bis zum Tod. Davor hat der Wolf Respekt“, hofft Stephanie Dietrich.
Kangals kämpfen um ihre Herde bis zum Tod
Die ausgebildeten Hütehunde musste sie aus eigener Tasche bezahlen. "In NRW bekommen nur Schaf- und Ziegenhalter finanzielle Unterstützung für Maßnahmen gegen den Wolf."
Thomas Krips Hütehunde kommen in wenigen Wochen: "Mehr kann ich für meine Schafe nicht tun." Wenn das nicht klappt? "Muss ich aufgeben", steht für Thomas Krips fest.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Telefonat mit Schäfer Thomas Buschmann
Wolf tötet sechs Schafe in Meinerzhagen . WDR Studios NRW. 02.04.2025. 00:38 Min.. Verfügbar bis 02.04.2027. WDR Online.