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Kersten, Felix finnischer Arzt (Masseur Heinrich Himmlers)

16.04.1960: Heinrich Himmlers Leibarzt Felix Kersten stirbt in Hamm

Felix Kersten behandelt "Reichsführer SS" Heinrich Himmler als Leibarzt. Er gilt als "Masseur des Teufels", erreicht aber auch die Freilassung von KZ-Häftlingen.


In diesem Zeitzeichen erzählt Burkhard Hupe:

  • in welchem Milieu Felix Kersten im Baltikum aufwächst,
  • welches Verhältnis NS-Größen zu ihren Ärzten haben,
  • wie Kerstens Sohn Arno seinen Vater sieht,
  • welche Auszeichnungen Felix Kersten nach Kriegsende erhält,
  • warum der Bestseller "The Man with Miraculous Hands" von 1960 heute ein neues Vorwort hat.

Mitte der 1920er-Jahre kommt Felix Kersten nach Berlin. Eher durch Zufall hat er in Finnland eine Ausbildung zum Massage-Therapeuten absolviert. In der Weimarer Republik sind ostasiatische Heilkunde-Verfahren gerade angesagt. Kersten bildet sich in chinesischer Massage weiter und übernimmt eine florierende Praxis inklusive prominentem Patientenstamm.

So massiert er auch dem "Reichsführer SS" Heinrich Himmler Krämpfe weg, die durch Verdauungsprobleme verursacht werden. Durch dieses besondere Verhältnis erreicht Kersten ab 1942 regelmäßig, dass KZ-Häftlinge entlassen werden. Hunderttausende habe er gerettet, behauptet Kersten nach Kriegsende. Doch mittlerweile haben Historiker offenkundige Ungereimtheiten in seinen Angaben festgestellt.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

  • Norman Ohler, Schriftsteller und Sachbuch-Autor
  • Joseph Kessel: The Man with Miraculous Hands. London 1960 (Neuauflage 2023)
  • Norman Ohler: Der totale Rausch - Drogen im "Dritten Reich". Köln 2019

Weiterführende Links:

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Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Burkhard Hupe
Redaktion: David Rother