Trockene Baumkronen

Guten Morgen, NRW!

Stand: 04.04.2025, 06:50 Uhr

Viel Sonne, hohe Waldbrandgefahr • Ehrung für Margot Friedländer bei Westfälischen Friedenskonferenz • ARD-Deutschlandtrend: Mehrheit für Wehrpflicht für Frauen. Der Nachrichtenüberblick.

Einen guten Morgen aus dem WDR Newsroom wünschen Andreas Poulakos und Katja Goebel.

THEMA DES TAGES

Sommerliches Wetter, hohe Waldbrandgefahr • Das Wohlfühl-Wetter der vergangenen Tage bleibt vorerst stabil. Auch heute bleibt es in NRW meistens sonnig, oft zeigt sich der Himmel sogar völlig wolkenlos. Allenfalls ein paar dünne Schleierwolken und über den Bergen einzelne Quellwolken schieben sich hin und wieder vor die Sonne. Heute wird außerdem der wärmste Tag der Woche mit Nachmittagswerten von 20 bis 24 Grad, die höchsten Temperaturen gibt es dabei im Rheinland.

Die lange Trockenheit hat allerdings auch unangenehme Folgen: Die Waldbrandgefahr in NRW ist bereits jetzt hoch. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für das Land die Gefahrenstufe 3 ausgerufen - das entspricht einem mittleren Risiko. Für Wuppertal-Buchenhofen gilt am Freitag bereits die erhöhte Gefahrenstufe 4. Bereits seit Anfang März ist das Rauchen im Wald generell verboten. Autofahrer sind aufgerufen, auf keinen Fall ihre Kippen während der Fahrt aus dem Fenster zu werfen. Bereits gestern waren etwa bei Altena rund 2.000 Quadratmeter Wald in Brand geraten. In Bergisch Gladbach brannte gestern eine Fläche von 45.000 Quadratmetern - ungefähr so groß wie sieben Fußballfelder. Und es gab weitere Waldbrände in NRW:

WEITERE NACHRICHTEN

Holocaust-Überlebende Margot Friedländer

Margot Friedländer

Ehrung für Margot Friedländer bei Westfälischen Friedenskonferenz Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer wird heute Vormittag bei der Westfälischen Friedenskonferenz in Münster geehrt. Sie erhält von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den erstmals vergebenen "Sonderpreis des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens". Die Ehrung ist Teil der Westfälischen Friedenskonferenz, zu der 400 Gäste in Münster erwartet werden. Ein wichtiges Thema soll der aktuelle Konflikt zwischen USA und Europa sein.

ARD-Deutschlandtrend: Mehrheit für Wehrpflicht für Frauen • Gestern Abend wurde der aktuelle ARD-Deutschlandtrend vorgestellt. Ein Thema: die militärische Zukunft Deutschlands. Ergebnis: 22 Prozent sind dafür, dass der Wehrdienst weiter ausgesetzt bleibt. 27 Prozent sind für eine Wiedereinführung und 45 Prozent sprechen sich dafür aus, dass auch Frauen Wehr- und Zivildienst leisten sollten. Weitere Ergebnisse: Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (69 Prozent) befürwortet den SPD-Vorschlag, eine Steuer auf hohe Vermögen einzuführen. Und wenn es um die Verwendung der geplanten Kredite in Milliardenhöhe geht, spricht sich eine deutliche Mehrheit (60 Prozent) für öffentliche Investitionen in Kitas, Schulen und Bildungseinrichtungen aus.

Entsetzte Reaktionen auf Trumps Zollpolitik • Weltweit haben die Aktienkurse auf die von US-Präsident Trump angekündigten Importzölle mit Kursverlusten reagiert. Der Leitindex Dow Jones ging auf Talfahrt und verlor fast vier Prozentpunkte. Das war der größte Tagesverlust seit drei Jahren. Die Welthandelsorganisation (WTO) hat vor den Folgen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gewarnt. Die am Mittwoch verkündeten Maßnahmen und die bereits zuvor verhängten US-Zölle könnten zu "einem Gesamtrückgang des globalen Warenhandelsvolumens von etwa ein Prozent in diesem Jahr führen", sagte gestern WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala. Importe aus der Europäischen Union werden dabei mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt, als "Mindestsatz" für andere Länder nannte der US-Präsident zehn Prozent.

Auftakt zu Missbrauchs-Prozess in Essen • Am Landgericht Essen verklagt ein Betroffener sexualisierter Gewalt das Bistum Essen heute zum zweiten Mal auf Schmerzensgeld. Der heute 56-Jährige war vor mehr als zehn Jahren mit einer Klage gescheitert. Er soll als Messdiener von einem später als Serientäter bekannten Priester missbraucht worden sein - und fordert jetzt 300.000 Euro. Das Bistum Essen bearbeitet mittlerweile hunderte Fälle von Missbrauch seit 1945.

Staugefahr in NRW Baustellen auf den Autobahnen sorgen auch an diesem Wochenende in NRW für Umwege und Staus. Betroffen sind auch A1, A2, A45 oder A544. Eine Übersicht zu Engstellen und Sperrungen gibt es hier:

Heute "Nacht der Bibliotheken" • Rund 300 Bibliotheken in NRW haben heute Abend länger offen: Sie machen bei der "Nacht der Bibliotheken" mit. In vielen Städten gibt es Lesungen, Repair-Cafés, Escape-Room-Spiele, Yoga oder Übernachtungspartys. Dabei sind Uni-Bibliotheken in Duisburg, Essen oder Aachen sowie zahlreiche Stadtbüchereien.

Grimme-Preise werden verliehen • In Marl werden heute zum 61. Mal die Grimme-Preise verliehen. Insgesamt vergibt das Grimme-Institut 16 Auszeichnungen sowie drei Sonderpreise in vier Kategorien. Drei Preise gehen an den WDR: für die Doku "Deutschland am Limit? Abschiebung, Abschottung, Asyl" (Buch und Regie: Isabel Schayani, Mareike Wilms), in der Unterhaltung an die Folge "Kroymann - Ist die noch gut?" aus der Sketchcomedy von Maren Kroymann, sowie der Preis der Studierendenjury für den Dokumentarfilm "Sieben Winter in Teheran".

Mega-Bauprojekt: Neuer Bahntunnel für Köln • Der Kölner Stadtrat hat am Abend nach fast sieben Jahren Streit und Diskussion beschlossen, dass ein Tunnel für mehrere Stadtbahn-Linien gebaut wird. Der Antrag wurde mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP sowie der Stimme von Oberbürgermeisterin Henriette Reker beschlossen - die Grünen hatten sich aus Protest enthalten. Durch den Bau der Ost-West-Achse wird die Kölner Innenstadt für mehr als zehn Jahre zur Baustelle - das und auch die hohen Kosten kritisieren die Baugegner.

UND ÜBRIGENS ...

Happy Birthday, Microsoft! • Wer einen Computer nutzt, kommt an dieser Firma kaum vorbei. Mindestens 70 Prozent aller Personal Computer weltweit laufen unter dem Microsoft-Betriebssystem Windows. Das Unternehmen wurde heute vor 50 Jahren von Bill Gates und Paul Allen gegründet. Die Erfolgsgeschichte von Microsoft ist aber auch durch peinliche Pannen und sensationelle Fehleinschätzungen geprägt, die der Firma teilweise bis heute Marktanteile kosten. Ein Rückblick in Bildern:

Bilder und Geschichten aus 50 Jahren Microsoft

Unglaubliche Erfolge, extrem peinliche Fehleinschätzungen: Was lief gut in 50 Jahren Microsoft - und was nicht?

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Microsoft wurde am 4. April 1975 wie viele andere Tech-Firmen unter einfachsten Bedingungen gegründet. Besonders repräsentativ sieht auch einer der ersten regulären Microsoft-Standorte in Albuquerque (New Mexico) Ende der 1970er-Jahre nicht aus.

Microsoft wurde am 4. April 1975 wie viele andere Tech-Firmen unter einfachsten Bedingungen gegründet. Besonders repräsentativ sieht auch einer der ersten regulären Microsoft-Standorte in Albuquerque (New Mexico) Ende der 1970er-Jahre nicht aus.

Dafür hatten die beiden Gründer der Firma, Bill Gates (r.) und Paul Allen, im Jahr 1975 mit ihren Programmierfähigkeiten schon einiges auf die Beine gestellt. Die beiden Klassenkameraden entwickelten gemeinsam ein Computerprogramm für die Verwaltung von Stundenplänen. Das damit verdiente Geld wurde zum Gründungskapital ihres Unternehmens.

Beim Aufstieg zum globalen Tech-Giganten half den Microsoft-Gründern ein Bluff. Im Jahr 1980 fragte IBM an, ob die kleine Firma ein Betriebssystem für ihre neuen Personal Computer liefern könne. Gates sagte zu. Das Problem: Microsoft hatte noch gar kein Betriebssystem. Statt selbst eins zu schreiben, kauften Gates und Allen ein vorhandenes System namens QDOS (Quick and Dirty Operating System) für etwa 50.000 Dollar - und lizenzierten es als PC-DOS an IBM. Ein Riesenerfolg, der die beiden reich machen sollte.

Mit dem Geld aus dem Software-Geschäft konnten sich die Microsoft-Gründer auch mal einen Wunsch erfüllen. Für Bill Gates war das ein gebrauchter Porsche 911, mit dem er gern nachts durch Albuquerque raste. Die Polizei stoppte ihn auf einer seiner Touren und verhaftete den Jungunternehmer. Das Polizeifoto sollte Teil der Microsoft-Geschichte werden.

Doch auch wenn die junge Firma und ihre frühen Mitarbeiter immer mit genialen Einfällen punkten konnte - manchmal griffen sie auch gewaltig daneben: Das berühmteste Beispiel ist wohl die Software mit dem unschuldigen Namen OS/2, die Mitte der 1980er-Jahre veröffentlicht wurde. OS/2 war für den Betrieb einer Erweiterungskarte für IBM-PC programmiert worden. Insgesamt fanden sich nur elf Käufer, acht von ihnen schickten die Software sogar wieder an Microsoft und verlangten ihr Geld zurück.

Paul Allen schied bereits 1983 wegen Krankheit aus. An seine Stelle rückte Steve Ballmer. Dieser erwies sich zwar als ein absolutes Verkaufstalent, sorgte aber auch immer wieder für Kopfschütteln. Zum Beispiel durch grobmotorische Tanzeinlagen auf der Bühne von Entwicklerkonferenzen. Oder als er sich kurz nach der Veröffentlichung des ersten iPhones bei laufender Kamera über das Apple-Gerät lustig machte. Sein Urteil: Es sei zu teuer, habe keine Tastatur und werde im Business-Markt keine Chance haben. 

Die ersten PCs mussten viele Jahre lang mühselig über Befehlszeichen via Tastatur gesteuert werden. In den 1990er-Jahren schaffte Microsoft mit der grafischen Oberfläche von Windows und deren Fensterprogrammen erstmals eine leicht bedienbare Oberfläche, die auch Nicht-Experten die Arbeit am Computer ermöglicht. Der Erfolg von Windows 95 war so gewaltig, dass Microsoft zwischenzeitlich 90 Prozent des Marktes beherrschte - also quasi zum Monopolisten wurde.

In dieser Zeit begann Microsoft, auch kostenlose Computerspiele in seine Betriebssysteme zu integrieren. Legendär und seit Windows 3.0 eine echte Hilfe für langweilige Tage im Büro: Solitaire.

Doch die 90er waren auch das Jahrzehnt, in denen sich Microsoft einige besonders schwere Patzer leistete. Ausgerechnet Gates glaubte nicht an den Erfolg des Internets, hielt das Web sogar für eine "Eintagsfliege". Konkurrenten wie Netscape nahmen das Geschenk gerne an und eroberten mit ihren Browsern den schnell wachsenden Markt. Erst spät erkannte Microsoft den Fehler und bemühte sich aggressiv, verlorene Marktanteile mit dem Internet Explorer zurückzuerobern. Weil die Firma hierzu ungeniert ihre Monopolstellung auf dem PC-Markt ausnutzte, entging Microsoft nur ganz knapp der Zerschlagung durch die Kartellbehörden.

Microsoft versuchte sich auch an Spielzeug, genauer gesagt entwickelte die Firma die sogenannte ActiMates. Die elektronischen Spielzeuge, die Kinder beim Lernen unterstützen sollten, kamen 1997 auf den Markt. Die Roboter konnten sich durch TV-Signale bei bestimmten Sendungen selbst einschalten. Das fanden sowohl Eltern als auch Kinder unheimlich.

Microsoft Office 97 wurde im November 1996 veröffentlicht und erst durch ein kleines Detail zum Alptraum: Karl Klammer. Er war ursprünglich als Office-Assistent gedacht, drängte sich beim Klick auf bestimmte Funktionen aber unangenehm in den Vordergrund. Seine Ratschläge waren meistens wenig hilfreich. Als Office 2003 auf den Markt kam, warb Microsoft damit, dass Karl Klammer in dem neuen Programm automatisch deaktiviert sei.

Nach dem Mega-Erfolg in den 90ern blieb den Nutzern ein ganz anderes Betriebssystem unangenehm im Gedächtnis: Windows Vista. Fünf Jahre bastelte Microsoft an dem System herum. Das Ergebnis enttäuschte auf ganzer Linie. Vista war inkompatibel mit älterer Software und strotzte vor Treiber-Problemen. Unter anderem diese Schwächen machten Vista zum wohl unbeliebtesten Betriebssystem der Welt.

Habt ihr auch Fotos aus den Frühzeiten des Microsoft- und PC-Zeitalters, die ihr mit uns teilen möchtet? Schickt uns eine Mail an wdraktuell@wdr.de - eine Auswahl davon veröffentlichen wir.

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