Ein Mann mit Smartphone steht vor einem Monitor mit dem Logo des Messenger-Dienstes WhatsApp.

NRW-Datenschutzbeauftragte warnt Polizei vor WhatsApp

Stand: 02.04.2025, 10:10 Uhr

Bei der NRW-Polizei werden Infos zu Dienstplänen teils per WhatsApp geteilt. Einen "Missstand" sieht darin die Datenschutzbeauftragte des Landes. Polizistinnen und Polizisten sollten "polizeieigene Kommunikationsdienste" nutzen.

Von Martin TeiglerMartin Teigeler

Die Landesbeauftragte für den Datenschutz, Bettina Gayk, ist gegen die Nutzung von WhatsApp bei der Polizei. "Was für private Unterhaltungen in Ordnung sein kann, stößt im dienstlichen Gebrauch an seine Grenze", teilte Gayk am Mittwoch in Düsseldorf mit. Sie warnte davor, dass Bedienstete einen Dienst nutzen, "der hinsichtlich der Verarbeitung von personenbezogenen Daten intransparent ist".

"Hoch problematisch"

Bettina Gayk

NRW-Datenschutzbeauftragte Bettina Gayk

Unter Polizistinnen und Polizisten in Nordrhein-Westfalen wird nach Angaben der Beauftragten "anscheinend teils dienstlich über WhatsApp-Gruppen kommuniziert". Es handele sich nicht um Einzelfälle. Doch selbst wenn Behörden oder Vorgesetzte die Nutzung der Messenger-App im Dienst tolerierten, sei dies "hoch problematisch", so Gayk.

Nach den der Beauftragten vorliegenden Beschwerden werden bei der Polizei in NRW beispielsweise Infos zu Dienstplänen und Krankmeldungen über WhatsApp ausgetauscht.

"Wir haben das Innenministerium NRW auf diesen Missstand hingewiesen. Es stehen den Polizist*innen außerdem polizeieigene Kommunikationsdienste zur Verfügung, die sie statt WhatsApp nutzen können", sagte die Beauftragte weiter. Beschäftigte, die bei WhatsApp nicht mitmachten, seien "von den dienstlichen Informationen weitgehend ausgeschlossen", kritisierte Gayk.

Behörden, die Messenger-Dienste für dienstliche Zwecke einsetzen, werden laut Gayk damit unter anderem verantwortlich für die Verarbeitung der personenbezogenen Daten.